21 November, 2017

Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehr

"Schwelbrand nach Dachdeckerarbeiten in einem Industriebetrieb, Menschenleben in Gefahr“ so lautete der erste Einsatzmeldung für die Jugendfeuerwehr der Stadt Lennestadt am vergangenen Samstag bei ihrer Gemeinschaftsübung in Grevenbrück. Einsatzmässig ging es mit 14 Einsatzfahrzeugen zur Firma ICT, wo gleich mehrere Einsatzszenarien auf die Jugendlichen warteten. In einer ersten Erkundung der Einsatzstelle stellte man fest, dass es in einer Industriehalle zu einem Schwelbrand mit kompletter Verrauchung der Halle gekommen war und noch mehrere Menschen vermisst wurden.

Zudem war ein weiterer Teil der Halle in Brand geraten und schon so weit fortgeschritten, das einen Innenangriff nicht mehr möglich war. Dem entsprechend musste von den Jugendlichen ein umfassender Löschangriff aufgebaut werden, wobei es an erster Stelle galt, die vermissten Personen in der Halle zu finden und diese zu retten. Ausgerüstet mit Atemschutz und einem Strahlrohr drang man in die große Industriehalle vor. Währenddessen wurde durch weitere Mitglieder der Jugendfeuerwehr von Außen mit der Brandbekämpfung begonnen. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung wurde am nahegelegenen Bach eine offene Wasserentnahmestelle hergestellt. Gleichzeitig wurde über die Drehleiter (DLK) eine weitere Person vom Dach gerettet. Nach der Menschenrettung wurde über die DLK noch das Wenderohr vorgenommen. Hierzu wurde eine zusätzliche Wasserentnahmestelle aus dem Hydrantennetz aufgebaut.

Als weiteres Szenario wurde ein Gefahrgutunfall auf dem Firmengelände simuliert. Ein sogenannter IBC-Behälter mit einem Gefahrstoff war von einem LKW gestürzt und leck geschlagen. Die Jugendlichen mussten den auslaufenden Gefahrstoff auffangen, die Leckage abdichten und den Gefahrstoff umfüllen. Hierzu wurde der Gerätewagen Gefahrgut eingesetzt, von dem entsprechendes Material vorgenommen werden konnte.

Bei einem simulierten Verkehrsunfall, bei dem eine Person unter einem PKW eingeklemmt wurde, mussten die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr ihr Können im Bereich Technischer Hilfeleistung unter Beweis stellen.

Zwar wird es in der Realität wohl nicht vorkommen, dass derart verschiedene Einsatzlagen gleichzeitig eintreten. Dennoch bietet sich bei einer solchen Übung Gelegenheit, dass die Jugendfeuerwehr ihren Ausbildungsstand in den verschiedenen Aufgabenbereichen der Feuerwehr demonstrieren und unter Beweis stellen kann. Und das ist ihnen auch bei allen 3 Übungsszenarien gelungen. Auch Bürgermeister Hundt, der sich die Übung zusammen mit dem ersten Beigeordneten Carsten Schürheck anschaute, war total begeistert. „Es ist schön zu sehen mit welchem Eifer und Engagement die Jungen und Mädchen bei der Sache sind.“ so Hundt. Er mische sich während der Übung immer wieder unter die Jugendlichen und lies sich erklären, warum welcher Handgriff erforderlich ist.

Auch Lennestadts Wehrleitung, Dietmar Eckhardt, Andreas Schürmann und Markus Hamers konnten ein positives Resümee aus der Übung ziehen. Und nicht nur das. Eckhardt „Ihr habt heute gezeigt, wie die Zukunft der Feuerwehr Lennestadt aussieht. Und mit einem einfachen „es hat alles gut geklappt“ ist es hier nicht getan, denn das wäre untertrieben. Ihr habt eine Leistung gezeigt, auf die ihr stolz sein könnt“. Aber er richtete auch gleichzeitig einen Apell an die 70 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr, mit gleichem Eifer bei der Sache zu bleiben und vielleicht auch mal Freunde und Bekannte mit zur Jugendfeuerwehr zu bringen, damit wir uns auch in Zukunft auf unseren Nachwuchs verlassen können. Auch zeigte sich Eckhardt erfreut darüber, dass alle Führungskräfte und Funktionsträger der Feuerwehr Lennestadt zu der Übung erschienen waren. Hierdurch brachten auch sie ihre Unterstützung des Nachwuchses zum Ausdruck. Das gleiche galt auch für die zahleichen Zuschauer, die sich die Übung anschauten. Im Anschluss an die Übung übergab Lennestadt Beigeordneter Schürheck noch einen Scheck in Höhe von 260 € an Stadtjugendfeuerwehrwart Michael Starke. Auch er würde sich freuen, wenn noch mehr Jungen und Mädchen den Weg zur Feuerwehr finden würden.

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